Nutella, Nocciolata, Lindt… die Rangliste der schlechtesten und besten Nusscremes laut 60 millions de consommateurs

Wie 60 millions de consommateurs die Nusscremes getestet hat

Die französische Verbraucherorganisation 60 millions de consommateurs hat fünfzehn beliebte Haselnusscremes mit Kakao genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis steht in deutlichem Widerspruch zu dem, was viele Familien jeden Morgen auf den Frühstückstisch stellen.

Für den Test wurden sowohl biologische als auch klassische Produkte ausgewählt – von A-Marken über Premiummarken bis hin zu Eigenmarken. Das erklärte Ziel war ein ehrliches Bild davon, was wirklich in diesen Gläsern steckt.

Dabei zählten weder der Preis noch die Werbebotschaften. Im Mittelpunkt stand die Kombination aus Zuckergehalt, Fettanteil, Zusatzstoffen, Pestiziden und dem tatsächlichen Geschmackserlebnis.

Diese Kriterien flossen in die Bewertung ein

  • Anteil der Haselnüsse in der Rezeptur
  • Anzahl der Zutaten auf dem Etikett
  • Vorhandensein von Palmöl oder anderen Fettzusätzen
  • Gehalt an Zucker und gesättigten Fettsäuren
  • Pestizidrückstände (477 Substanzen wurden analysiert)
  • Indikatoren für Ultraverarbeitung

Anschließend folgte ein Blindverkostungstest mit 62 Verbrauchern, die Geschmack, Textur und Gesamteindruck beurteilten – ohne das Produkt oder seinen Preis zu kennen. Das Endergebnis kombiniert also Gesundheitsaspekte mit dem Genussfaktor, was für viele Familien die entscheidende Abwägung darstellt.

Nicht die teuersten Marken, aber die problematischsten Gläser

Eine der auffälligsten Erkenntnisse: Die schlechtesten Produkte sind keineswegs die günstigsten. Einige bekannte Namen fallen beim Test regelrecht durch.

Die Schlusslichter: viel Zucker, viele Zusatzstoffe

  • Ovomaltine – 7,4/20: erhält die niedrigste Gesamtwertung. Die Creme enthält eine lange Liste von Zusatzstoffen – insgesamt 24 – sowie extrem viel Zucker.
  • Poulain – 10/20: scheitert an einem sehr hohen Zuckergehalt pro Portion.
  • Jardin Bio étic – 10/20: trägt zwar ein Bio-Siegel, schneidet wegen seiner Zusammensetzung dennoch schlecht ab.

Auch verschiedene Eigenmarken und Luxusprodukte landen im Mittelfeld:

Marke Bewertung /20 Hauptkritikpunkt
Kaonuts (Carrefour) 10,3 Palmöl und zugesetzter Zucker
Bio Village (Leclerc) 10,8 Zu süß, trotz angenehmerer Textur
Pierre Hermé 11,0 Relativ wenig Zucker, aber sehr fettreich: hoher Lipidanteil pro Portion
Nutella 11,4 Rezept reich an Zucker und Palmöl
Ivoria (Intermarché) 11,7 Noch immer schwer formuliert, aber etwas ausgewogener
Choco Nussa (Lidl) 12,1 Ordentliches Ergebnis angesichts des niedrigen Preises
Rigoni di Asiago 12,4 Pluspunkt: hoher Haselnussanteil (18,5 %)

Diese Mittelfeldergebnisse zeigen, wie schwierig es bleibt, ein Produkt zu finden, das gleichzeitig lecker und halbwegs ausgewogen ist. Weniger Zucker bedeutet häufig mehr Fett – oder umgekehrt. So landen viele Gläser bei einem Kompromiss, der wirklich kaum überzeugt.

Lindt an der Spitze: Was macht diese Creme anders?

Ein besseres Gleichgewicht zwischen Haselnüssen, Zucker und Fett

Laut 60 millions de consommateurs punktet die Haselnusscreme von Lindt vor allem durch einen hohen Nussanteil, den Verzicht auf Palmöl und einen im Vergleich zur Konkurrenz deutlich niedrigeren Zuckergehalt.

Das Siegerglas von Lindt überzeugt durch drei wesentliche Eigenschaften:

  • Eine hohe Haselnusskonzentration, die sowohl Geschmack als auch wertvolle Fette liefert
  • Kein Palmöl, stattdessen alternative Fettquellen
  • Ein Zuckergehalt, der unter dem der meisten Mitbewerber liegt

Beim Blindverkostungstest schneidet Lindt in puncto Balance gut ab: süß, aber nicht klebrig, mit einem deutlich wahrnehmbaren Nussaroma. Der Preis gilt laut den Testern als „akzeptabel" für das, was man bekommt – kein Schnäppchen, aber auch kein exklusives Luxusprodukt.

Wer landet noch auf dem Podium?

  • Lucien Georgelin – 12,6/20: landet knapp vor den anderen, weil die Marke französische Haselnüsse aus dem Lot-et-Garonne verwendet. Der lokale Charakter kommt gut an, doch die Rezeptur könnte noch straffer sein.
  • Bonne Maman – 12,5/20: wird vor allem für den Geschmack gelobt. Textur und Mundgefühl erhalten gute Noten, aber der Zuckergehalt ist für den täglichen Gebrauch noch zu hoch.
  • Funkie – 12,5/20: fällt als einziges Produkt ohne zugesetzte Fettstoffe auf, wie die Tester betonen. Das Fehlen von Zusatzölen macht es für alle interessant, die auf ihre Fettzufuhr achten.

Selbst bei den bestbewerteten Gläsern handelt es sich nicht um wirklich „gesunde" Produkte. Die gesamte Kategorie bleibt in erster Linie ein Genussmittel, kein Grundnahrungsmittel. Aber innerhalb dieses Rahmens gibt es eindeutig bessere Optionen als die Klassiker, die in vielen Küchenschränken stehen.

Nutri-Score: Wenig Transparenz auf dem Etikett

Ein weiterer bemerkenswerter Befund der Untersuchung: Weniger als die Hälfte der analysierten Produkte trägt einen Nutri-Score auf der Verpackung. Das macht einen direkten Vergleich im Supermarkt erheblich schwieriger.

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Wenn der Nutri-Score vorhanden ist, handelt es sich häufig um die ältere, mildere Bewertungsversion – insbesondere beim Thema Zucker. Diese vergibt an manche süßen Produkte noch zu gute Noten, weil die Strafpunkte für Zucker begrenzt bleiben.

Die aktualisierte, strengere Version setzt Hersteller schneller unter Druck, ihre Rezepturen zu überarbeiten. Dass viele Marken dieses Update noch nicht übernommen haben, sagt viel über den Widerstand gegen mehr Verbrauchertransparenz aus.

Selbst herstellen: Eine Alternative mit mehr Kontrolle

Eine „hausgemachte Nutella" mit weniger Zucker

Ernährungsexperten verweisen häufig auf selbst hergestellte Nusscreme als sinnvolleren Kompromiss. Das kostet etwas Zeit, gibt aber vollständige Kontrolle über alle Zutaten und deren Mengenverhältnis.

Mit einem eigenen Rezept lässt sich der Zuckergehalt reduzieren, Palmöl streichen und überflüssige Zusatzstoffe komplett vermeiden. Eine einfache Grundrezeptur funktioniert so:

  • Zartbitterschokolade, möglichst mit hohem Kakaoanteil
  • Gesüßte Kondensmilch, in Maßen verwendet
  • Haselnussmehl oder fein gemahlene, geröstete Haselnüsse
  • Ein Schuss Milch zum Anpassen der Konsistenz
  • Etwas Butter oder Mandelpaste für Geschmeidigkeit

Wer weniger Kondensmilch verwendet als in vielen gängigen Rezepten vorgesehen, senkt den Zuckergehalt bereits deutlich. Selbst geröstete und gemahlene Nüsse liefern außerdem mehr Aroma – ganz ohne künstliche Aromen. Die Creme bleibt so frei von Emulgatoren, Stabilisatoren und synthetischen Zusätzen.

Wichtig ist die richtige Lagerung: Die noch leicht warme Creme in ein sauberes, sterilisiertes Glas füllen, gut verschließen und an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren. Bei Raumtemperatur hält sie sich problemlos etwa zwölf Tage, im Kühlschrank etwas länger – wobei sie dort fester wird.

Erdnussbutter als überraschende Alternative

Wer keine Lust aufs Selbermachen hat, kann auch auf pure Erdnussbutter ohne Zuckerzusatz zurückgreifen. Ein solches Glas enthält in der Regel deutlich weniger Zucker als klassische Haselnusscreme und liefert gleichzeitig mehr Eiweiß und Ballaststoffe.

Auf einem Vollkornbrot mit etwas Banane oder Apfelscheiben ergibt Erdnussbutter ein sättigendes und dennoch unkompliziertes Frühstück. Der Geschmack unterscheidet sich natürlich von Nusscreme – aber Kinder gewöhnen sich oft schneller daran, als Eltern erwarten, besonders wenn die Umstellung schrittweise erfolgt.

Was bedeutet das für den Frühstückstisch zu Hause?

Diese Rangliste lenkt den Blick auf Gewohnheiten, die völlig normal wirken. Ein großzügiger Aufstrich Nusscreme jeden Morgen summiert sich schnell in Zucker und Fett – besonders bei Kindern. Die französische Studie zeigt drei konkrete Ansätze für Familien auf:

  • Bewusster einkaufen: auf den Nussanteil achten, Palmöl meiden und vernünftige Zuckerwerte im Blick behalten
  • Häufigkeit reduzieren: Haselnusscreme als Wochenend-Genuss oder gelegentlichen Snack, nicht als täglichen Standard
  • Alternativen ausprobieren: selbst hergestellte Creme, pure Erdnussbutter oder zuckerfreie Nussaufstriche

Wer den Effekt selbst testen möchte, kann eine einfache Wochenübung machen: Notieren, wie viele Löffel Nusscreme täglich im Haushalt verbraucht werden. Dann grob 10 bis 12 Gramm Zucker pro Esslöffel rechnen. Die Summe über sieben Tage liefert ein konkretes Bild – und macht es oft leichter, mit Kindern über Ernährungsgewohnheiten zu sprechen, wenn sie diese Zahl schwarz auf weiß sehen.

Außerdem lohnt es sich, Etiketten auf Details zu vergleichen, die in der Werbung kaum vorkommen: die Anzahl der Zutaten, deren Reihenfolge auf der Liste (wo Zucker oder Öl häufig ganz oben stehen) und einen eventuell vorhandenen Nutri-Score. Marken, die transparenter kommunizieren, legen in der Regel auch intern mehr Wert auf Rezeptqualität.

Author

  • Timo Gerber ist ein deutscher Lifestyle-Blogger mit einer Community von rund 15–25 000 Followern. Er teilt Inhalte zu Alltagstipps, Lifestyle, Mode und kreativen Lifehacks und inspiriert seine Follower mit persönlichen Erfahrungen, praktischen Ideen und visuell ansprechenden Posts auf Instagram.

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