Monstera deliciosa: 3 Gärtner-Methoden zur Vermehrung durch Stecklinge ohne Fäulnis und kostenlose Pflanzen

Warum die Monstera so verführerisch zum Vermehren einlädt

Ihre großen, eingeschnittenen Blätter bringen tropisches Flair ins Zimmer – ganz ohne großen Aufwand. Kein Wunder also, dass der Wunsch schnell entsteht, aus einer Pflanze gleich mehrere zu machen.

Die beste Nachricht ist simpel: Du kannst „Schwestern" deiner Monstera bekommen, ohne einen Cent auszugeben. Es gibt jedoch eine Bedingung, die viele übersehen: Der Steckling braucht unbedingt einen Knoten, sonst passiert gar nichts. Diese kleine Verdickung am Stiel ist der Ausgangspunkt, aus dem die Wurzeln wachsen.

Meistens kommen drei Varianten zum Einsatz: Steckling in Erde, Steckling in Wasser und Abmoosen. Alle drei funktionieren – aber jede bringt ein anderes Risikoniveau mit sich. Wer Fäulnis vermeiden will, muss auf die Details achten, nicht auf „Glück".

Wann du schneidest, damit die Pflanze nicht stagniert

Am sichersten geht man im Frühling und Sommer vor, wenn die Monstera am schnellsten wächst. Das Gewebe regeneriert sich effizienter, und die Wurzeln starten bereitwilliger. Der Steckling bleibt dadurch kürzer im Schwebezustand.

Herbst und Winter bedeuten nicht zwangsläufig Misserfolg – vorausgesetzt, es ist drinnen warm und hell. Entscheidend sind stabile Bedingungen: keine Zugluft, etwas erhöhte Luftfeuchtigkeit und kein überflutetes Substrat. Im Winter verzeiht die Pflanze Fehler deutlich langsamer.

Wähle zum Schneiden gesunde Triebabschnitte mit einer Länge von 10–15 cm. Mindestens ein Knoten muss vorhanden sein – ideal ist ein sichtbarer Ansatz einer Luftwurzel. Besonders zuverlässig sind Kopfstecklinge, da es sich um frischen Zuwachs mit dem größten Energievorrat handelt.

Methode 1: Steckling in Erde – die ruhigste Option

Bei dieser Methode punkten Einfachheit und leichtere Feuchtigkeitskontrolle. Du schneidest den Trieb knapp unterhalb des Knotens ab, entfernst die unteren Blätter und lässt die Schnittstelle einige Stunden antrocknen. Dieser kurze Schritt rettet den Steckling oft vor Fäulnis.

Setze ihn in einen Topf mit Abzugsloch, in leichtes und durchlässiges Grünpflanzensubstrat mit Perlitzusatz. Der Knoten sollte sich unter der Erde befinden, denn von dort sollen die Wurzeln austreiben. Das Substrat soll leicht feucht sein – niemals schwer und durchnässt.

Der häufigste Fehler ist übermäßiges Gießen, obwohl der Steckling noch keine Wurzeln hat, mit denen er Wasser aufnehmen könnte. Bleibt die Erde dauerhaft nass, weicht das Gewebe auf und beginnt zu verfaulen. Lieber seltener gießen – aber mit Verstand.

Methode 2: Steckling in Wasser – wenn du die Wurzeln sehen möchtest

Wasser bereitet viel Freude, weil man den Fortschritt von Tag zu Tag beobachten kann. In das Gefäß taucht nur der Knoten ein, während die Blätter oberhalb der Wasseroberfläche bleiben. Das reduziert das Risiko von Schimmel und Stielende-Fäulnis.

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Wechsle das Wasser alle paar Tage, da stehendes Wasser schnell seinen Sauerstoff verliert. Sobald die Wurzeln 7–10 cm erreicht haben, umtopfe den Steckling in Erde. Zu langes Verbleiben im Wasser kann die spätere Anpassung ans Substrat erschweren.

Hier lauert eine Falle: Nach dem Umtopfen darf man die frischen Wurzeln keinesfalls austrocknen lassen. In den ersten Wochen sollte die Erde gleichmäßig leicht feucht sein – aber ohne „Sumpf". Wenn die Pflanze schlapp wird, ist das ein Zeichen, dass der Übergang zu abrupt war.

Methode 3: Abmoosen – wenn du Angst hast, den Trieb zu verlieren

Das Abmoosen ist ein ausgezeichneter Notfallplan, wenn du beim Schneiden unsicher bist. Man lässt die Wurzeln zunächst noch an der Mutterpflanze entstehen und trennt den neuen Ableger erst danach ab. Dadurch ist der Stress geringer und das Risiko sinkt, am Ende nur mit einem kahlen Stiel dazustehen.

Du wählst einen Knoten, wickelst ihn in feuchtes Sphagnum-Moos und sicherst alles mit Folie, um eine konstante Feuchtigkeit zu erhalten. Alle paar Tage prüfst du, ob das Moos noch ausreichend feucht ist. Erst wenn du ein dichtes Wurzelgeflecht siehst, schneidest du darunter ab.

Wrocław, eine Altbauwohnung, eine einzige Monstera, die bis zur Decke gewachsen war. Marta Nowak, etwa 34 Jahre alt, entschied sich für das Abmoosen, weil sie befürchtete, dass ein Steckling im Wasser verfaulen würde – so wie der vorherige. Nach 5 Wochen hatte sie Wurzeln von rund 8 cm Länge und sagte, dass sie zum ersten Mal Erleichterung statt Anspannung verspürte, als sie zur Gartenschere griff.

Vermehrungsmethode Vorteile und worauf zu achten ist
Steckling in Erde Stabilste Anpassung; auf Abzug achten und Substrat nicht dauerhaft nass halten
Steckling in Wasser Wurzeln sichtbar; Wasser wechseln und umtopfen, wenn Wurzeln 7–10 cm erreichen
Abmoosen Geringstes Verlustrisiko für den Trieb; Moos feucht halten bis Wurzeln erscheinen
  • Stelle sicher, dass der Steckling einen Knoten hat – nicht nur ein Blatt am Stiel.
  • Nach dem Schneiden die Schnittstelle einige Stunden antrocknen lassen, bevor sie ins Substrat oder Wasser kommt.
  • Stecklinge an einem hellen Ort mit indirektem Licht und bei etwa 20°C aufbewahren.
  • Erst gießen, wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist – nicht „zur Sicherheit" im Voraus.

Häufige Fragen

Kann ein Monsterablatt ohne Knoten Wurzeln bilden? Es kann im Wasser stehen und frisch aussehen, aber daraus wird keine neue Pflanze. Zur Vermehrung ist ein Knoten unbedingt erforderlich, denn nur aus ihm wachsen Wurzeln und neue Triebe. Ein einzelnes Blatt eignet sich allenfalls als Dekoration – nicht als Steckling.

Was tun, wenn der Steckling weich wird und sich dunkel verfärbt? Sofort herausnehmen und den weichen Teil bis ins gesunde Gewebe zurückschneiden. Das Werkzeug desinfizieren und die Schnittstelle antrocknen lassen, bevor ein neuer Versuch in frischem, leichtem Substrat oder sauberem Wasser gestartet wird. Ursache ist meistens zu hohe Feuchtigkeit kombiniert mit Sauerstoffmangel.

Wann sollte man die Monstera vom Wasser in die Erde umtopfen, damit sie nicht welkt? Am besten dann, wenn die Wurzeln 7–10 cm lang sind und mehrere davon vorhanden sind – nicht nur ein einzelner dünner Faden. Nach dem Umtopfen die Erde in den ersten Wochen leicht feucht halten und die Pflanze nicht in direkte Sonne stellen. Stabile Bedingungen sind wichtiger als Düngung.

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  • Timo Gerber ist ein deutscher Lifestyle-Blogger mit einer Community von rund 15–25 000 Followern. Er teilt Inhalte zu Alltagstipps, Lifestyle, Mode und kreativen Lifehacks und inspiriert seine Follower mit persönlichen Erfahrungen, praktischen Ideen und visuell ansprechenden Posts auf Instagram.

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