Diese Frangipane-Galette wurde von François‑Régis Gaudry zur „Galette des Jahres“ gekürt: hier findest du sie

Wie eine schlichte Galette zum Gesprächsthema wurde

Rund um Dreikönig scheint Frankreich für kurze Zeit nur um eine einzige Frage zu kreisen: Wer backt die beste Galette des Rois? In diesem Jahr zeigt ein Schwergewicht der französischen Gastronomie mit ungewöhnlicher Deutlichkeit auf eine einzige Adresse in Paris.

Die Galette des Rois gehört zum Januar wie Silvester zum Jahresende. Dennoch schafft es selten eine Version, so sehr in den Mittelpunkt zu rücken wie jene der Pariser Bäckerei Pleincœur. Foodjournalist und TV-Persönlichkeit François‑Régis Gaudry kostete die Frangipane-Variante und erklärte sie kurzerhand zur „Galette des Jahres". In einer Stadt, in der Bäckereien an jeder Ecke zu finden sind, ist das keine kleine Auszeichnung.

Seine Reaktion spricht für sich: Laut Gaudry stimmt an diesem Gebäck buchstäblich alles. Nicht nur der Geschmack, sondern auch die Proportionen, die Textur und die Art, wie die Galette im Mund zergeht. Für Pariser ist das ein klares Signal — hier passiert etwas, das weit über die durchschnittliche Nachbarschaftsbäckerei hinausgeht.

Diese Frangipane-Galette wurde von François‑Régis Gaudry zur „Galette des Jahres" gekürt — dank der perfekten Balance zwischen knusprigem Blätterteig und cremiger Füllung.

Die Magie der Textur: zwischen knusprig und zart

Die Grundlage der Galette von Pleincœur ist ein luftiger, sogenannter „Viennois"-Blätterteig. Dieser geht etwas anders auf als klassischer Blätterteig und fühlt sich dadurch leichter an — fast wie eine Kreuzung aus Croissantteig und einer traditionellen Kruste. Beim Anschneiden hört man ein trockenes Knistern, beim Essen zerfällt er in hauchdünne Schichten.

Darunter verbirgt sich eine Füllung mit echter Präsenz. Die Frangipane wird mit Rum und gemahlenen Mandeln abgeschmeckt. Diese Kombination sorgt für eine warme, leicht geröstete Note und ein rundes, fast luxuriöses Mundgefühl. Kein dünnes Schicht, das kaum auffällt, sondern ein großzügiger Kern, der dem Teig echtes Gegengewicht bietet.

Jeder Bissen offenbart eine deutliche Schichtung: knusprige Lagen oben und unten, dazwischen eine weiche, aromatische Mandelcreme mit Rum.

Laut Gaudry ist genau dieses Verhältnis entscheidend. Zu viel Füllung macht eine Galette schwer und träge, zu wenig lässt nur Teig übrig. Diese Version findet einen Mittelweg, bei dem man stets beides erlebt: zuerst das Knacken der Kruste, unmittelbar gefolgt von etwas Cremigem, das nachhallt.

Die Hand eines Spitzenkochs in einer Nachbarschaftsbäckerei

Hinter dieser Kreation steht Maxime Frédéric, Chefpatissier des renommierten Cheval Blanc in Paris und 2025 zum besten Patissier der Welt gewählt. Bei Pleincœur arbeitet er gemeinsam mit seiner „Herzfamilie" — einem kleinen Team, das seine Hotelerfahrung in eine zugängliche Stadtbäckerei übersetzt.

Er wendet dieselbe Logik wie im Fine Dining an, jedoch für ein Festgebäck, das jeder kennt. Die Technik ist ausgereift: präzise Temperaturkontrolle beim Backen, lange Ruhezeiten für den Teig und eine Frangipane, die gerade nicht zu süß gerät. So bleibt die Galette reichhaltig, ohne zu ermüden.

Auch die Zutaten folgen dieser Philosophie. Die Butter stammt aus der Normandie, bekannt für ihren hohen Fettgehalt und cremigen Geschmack. Die Mandeln werden sorgfältig nach Aroma ausgewählt. Der Rum verstärkt den Duft, ohne den Mandelgeschmack zu überlagern. Nach Aussage des Teams von Pleincœur soll jede Komponente eine Rolle spielen — kein einziger Bestandteil ist ohne Grund enthalten.

Drei Galettes für verschiedene Geschmäcker

Die preisgekrönte Frangipane bleibt zwar der Star des Hauses, doch die Bäckerei beschränkt sich nicht auf ein einziges Rezept. Für Dreikönig 2026 stehen drei Varianten auf der Theke, jeweils mit demselben Viennois-Blätterteig als Basis.

  • Die klassische Frangipane mit Mandeln und Rum — die Version, die Gaudry ausgezeichnet hat.
  • Eine kreativere Galette, bei der zusätzliche Aromen die Mandelcreme ergänzen — etwa Zitrusfrüchte, Gewürze oder Pralinée.
  • Eine Kreation mit leichteren Aromen, gedacht für alle, die weniger schwere Cremes bevorzugen.

Die Bäckerei spricht damit Gruppen an, in denen nicht alle denselben Geschmack teilen. Eine Familie kann problemlos verschiedene Stücke probieren und vergleichen. Das verwandelt die traditionelle Dreikönigfeier eher in eine Verkostung als in ein rein symbolisches Ritual.

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Pleincœur setzt stets auf dieselbe hochwertige Basis aus Viennois-Blätterteig und variiert vor allem bei der Füllung — so erhält jede Galette ihren eigenen Charakter.

Wo in Paris man diese „Galette des Jahres" probieren kann

Pleincœur liegt im 17. Arrondissement von Paris, einem Viertel, das in den letzten Jahren bei jungen Familien und Foodliebhabern stark an Beliebtheit gewonnen hat. Die Bäckerei befindet sich an der Adresse 64 rue des Batignolles, 75017 Paris. Das Geschäft öffnet sieben Tage die Woche von 8 bis 20 Uhr — ein großzügiges Zeitfenster für alle, die eine Galette zum Frühstück, zum Kaffee oder als Dessert mitnehmen möchten.

Die Galette des Rois steht in Frankreich häufig im Mittelpunkt informeller Zusammenkünfte. Traditionell verbirgt sich in der Torte eine kleine Bohne oder Figur. Wer das Stück mit der Bohne bekommt, wird an diesem Tag symbolisch zum König oder zur Königin ausgerufen. Bei Pleincœur fügt sich die Galette perfekt in dieses Ritual ein — verleiht dem Ganzen aber eine deutlich gastronomischere Dimension.

Praktische Informationen Details
Adresse 64 rue des Batignolles, 75017 Paris
Viertel 17. Arrondissement, Viertel Batignolles
Öffnungszeiten Montag bis Sonntag, 8:00–20:00 Uhr
Spezialität Frangipane-Galette mit Rum und Mandeln, zur „Galette des Jahres" gekürt

Was diese Galette von allen anderen unterscheidet

In Frankreich entbrennt jedes Jahr ein harter Wettbewerb zwischen Bäckern, Patissiers und sogar großen Kaufhäusern um die Aufmerksamkeit der Galette-Liebhaber. Oft punkten sie mit spektakulären Designs, Luxuszutaten oder Marketingaktionen. Pleincœur wählt einen anderen Weg: ein bekanntes Festgebäck so perfekt wie möglich umzusetzen, ganz ohne Showeffekte.

Der Unterschied liegt vor allem in diesen Punkten:

  • Technische Präzision: gleichmäßiges Garen, Blätterteig, der nicht durchweicht, und eine Füllung, die sauber auf ihrem Platz bleibt.
  • Geschmacksbalance: Süße, Fett und Alkoholnote bleiben im Gleichgewicht, sodass das letzte Stück genauso angenehm schmeckt wie das erste.
  • Zugänglichkeit: Ein Weltklasse-Patissier steht nicht in einem Fünf-Sterne-Hotel, sondern in einer Nachbarschaftsbäckerei, an der man einfach vorbeischlendern kann.

Für Besucherinnen und Besucher, die einen Paris-Trip planen, wird eine solche Adresse fast zum kulinarischen Pflichtprogramm — neben dem klassischen Bistro und dem Croissant zum Frühstück. Besonders rund um Anfang Januar sind die Warteschlangen vor der Tür ein verlässlicher Gradmesser: Wo Menschen geduldig warten, lohnt es sich in der Regel.

Tipps für alle, die selbst Frangipane ausprobieren möchten

Nicht jeder kommt diesen Winter bis nach Paris. Dennoch kann die Herangehensweise von Pleincœur in der eigenen Küche als Inspiration dienen. Eine gute Frangipane ruht auf drei Säulen: der Qualität der Mandeln, der Kontrolle über die Süße und der Aufmerksamkeit beim Backen.

Wer zu Hause backt, kann mit einem einfachen Ausgangspunkt beginnen: gemahlene Mandeln mit deutlichem Eigengeruch verwenden, ungesalzene Butter auf Raumtemperatur und einen Schuss braunen Rum für zusätzliche Tiefe hinzufügen. Der Zucker lässt sich schrittweise einarbeiten und abschmecken, bis die Creme reichhaltig schmeckt, ohne am Gaumen zu kleben.

Für den Teig funktioniert fertig gekaufter Blätterteig in den meisten Backöfen ganz gut — es hilft jedoch, die Teigscheiben gut zu kühlen, bevor sie in den Ofen kommen. So bleibt die Schichtstruktur besser erhalten. Die Backzeit verdient besondere Beachtung: Zu kurz ergibt eine blasse, schlaffe Kruste, zu lang trocknet die Füllung aus.

Dreikönig, Tradition und zeitgenössische Patisserie

Das Beispiel von Pleincœur zeigt, wie ein vertrauter Brauch — gemeinsam eine Galette teilen und die Bohne suchen — sich mühelos mit moderner Patisserie verbinden lässt. Spitzenköche wenden Techniken aus der Haute Cuisine an, setzen diese aber bei Gerichten ein, die jeder seit Kindheitstagen kennt. Das macht den Schritt zur Gastronomie weniger einschüchternd.

Für Patissiers liefert eine solche Galette einen echten Prüfstein. Wer hier glänzt, beweist, dass er sowohl große Mengen als auch gleichbleibende Qualität beherrscht — genau das, was in einer belebten Stadt gefragt ist. Für Verbraucher entsteht dabei ein neuer Blickwinkel: nicht nur auf die prunkvollen Schaufenstergebäcke schauen, sondern auch auf die Festklassiker, die jedes Jahr wiederkehren. Dort lässt sich handwerkliches Können oft am deutlichsten erkennen.

Author

  • Timo Gerber ist ein deutscher Lifestyle-Blogger mit einer Community von rund 15–25 000 Followern. Er teilt Inhalte zu Alltagstipps, Lifestyle, Mode und kreativen Lifehacks und inspiriert seine Follower mit persönlichen Erfahrungen, praktischen Ideen und visuell ansprechenden Posts auf Instagram.

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